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Jugendschutz bei öffentlichen Veranstaltungen

Im Wetteraukreis finden eine Vielzahl von Märkten, Festen und Vereinsfeiern statt. Dabei zählen Jugendliche oft zu den größten Besuchergruppen. Nicht selten sind sie sogar in die Planung miteinbezogen. Diese Kultur des gemeinsamen Feierns ist ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil in unserem Leben.

Zum Feiern gehört in unserer Gesellschaft fast immer Alkohol dazu. Jugendliche müssen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol erst erlernen. Dazu brauchen sie, wie bei anderen Entwicklungsprozessen auch, gute Vorbilder, Regeln und die Möglichkeit, selbst Erfahrungen zu sammeln. Da übermäßiger Alkoholkonsum aber auch zu ernsten bis hin zu lebensbedrohlichen Folgen führen kann, sind hierbei aber auch Schutzmaßnahmen zu treffen. Das Jugendschutzgesetz hat hierzu klare Regelungen aufgestellt. Ein Gesetz allein kann aber keinen Jugendlichen in seiner Entwicklung unterstützen. Diese Aufgabe wird allen zuteil, die mit den Jugendlichen im Kontakt sind. Bei Festen stehen hier vor allem die Veranstalter in der Pflicht.

Insbesondere Veranstalter aus nichtkommerziellen Bereichen, wie zum Beispiel aus Vereinen etc. sind oftmals unzureichend informiert. Bei der Organisation eines öffentlichen Festes sind zudem weitere wichtige Punkte bezüglich des Jugendschutzes zu beachten. So werden neben dem Ausschank von Alkohol auch der Konsum von Tabak und die Aufenthaltszeiten geregelt. Rund um das Fest gibt es außerdem eine Vielzahl von Möglichkeiten, für einen reibungslosen und friedlichen Ablauf vorzusorgen.

Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten und sie vor Gefahren zu schützen ist nach dem § 14 SGB VIII Aufgabe der Jugendhilfe. Um dieser Aufgabe hinsichtlich der Gefährdung durch Alkohol gerecht zu werden, hat der Erzieherische Jugendschutz der Fachstelle Jugendarbeit des Wetteraukreises in Kooperation mit dem Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe das Projekt FEIERN mit REGELN entwickelt.

FEIERN mit REGELN ist ein Projekt zur kommunalen  Prävention im Wetteraukreis. Hauptanliegen ist es, den Jugendschutz bei öffentlichen Veranstaltungen mehr in den Mittelpunkt zu rücken und das Verantwortungsbewusstsein von Festveranstaltern in dieser Hinsicht zu stärken.

Das Ziel ist nicht, Alkohol ganz von den Veranstaltungen zu verbannen. Vielmehr geht es darum, Veranstalter bei der Umsetzung der gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen und anderer Vorschriften zu unterstützen. Wichtig ist es, neben dem Hauptverantwortlichen auch alle anderen Helferinnen und Helfer darüber zu informieren, dass Jugendschutz keine Frage des Wollens sondern eine gesetzliche Pflicht ist. Jugendschutz kann aber viel mehr als die Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen sein. Es gibt viele kreative und einfach durchzuführende Ideen für diese Aufgabe. So hat jeder Veranstalter die Chance, einen eigenen Beitrag zur Suchtprävention zu leisten.

Ziele

Selbstverpflichtung - Jugendschutz im Fokus
Alle Wetterauer Städte und Gemeinden schließen sich zu einem "Aktionsbündnis Jugendschutz" zusammen. Veranstalter von Festen werden, im Zuge ihrer Anzeige (gemäß des Gaststättenrechts), über die Bestimmungen des  Jugendschutzgesetzes aufgeklärt und bekommen weitere Informationen zu deren Umsetzung. Bei der Vermietung gemeindeeigener Liegenschaften sollte die Einhaltung der Eckpunkte obligatorisch sein.

Wünschenswert:
Für Veranstalter wurden die zu beachtenden Punkte in einem Eckpunktpapier festgehalten. Im Sinne einer Selbstverpflichtung wirken die Ordnungsbehörden auf deren Einhaltung hin. Zur Information und Bewerbung des Projekts erhält jede Stadt /Gemeinde eine Mappe, in der alle Informationen und Dokumente zusammengefasst sind.

Information für Veranstalter
Ein Flyer, der sich an Veranstalter von öffentlichen Festen richtet, soll dazu motivieren, den Jugendschutz bei Festen in den Mittelpunkt zu rücken. Er informiert über eine verantwortungsvolle Planung von Veranstaltungen im Sinne des Jugendschutzes und gibt Hinweise, wo weitere Informationen zu erhalten sind. Jedes Ordnungsamt erhält eine Mappe, in der alle Informationen und Dokumente zusammengefasst sind. Darin enthalten sind Merkblätter zum Alkoholausschank, Alterskontrollen und Erziehungsbeauftragung sowie Checklisten und Planungshilfen. Angedacht ist, diese Informationen auch auf den Internetseiten des Kreises bzw. der Kommunen zum Download bereitzustellen.

Schulungsangebot
Geplant ist, gemeinsam mit den Polizeistationen der Polizeidirektion Wetterau, den zuständigen Ordnungsämtern und dem Erzieherischen Jugendschutz der Fachstelle Jugendarbeit an fünf Standorten (Bad Vilbel, Friedberg, Büdingen, Nidda und Butzbach) Jugendschutz-Schulungen für Vereinsmitglieder und andere nicht-kommerzielle Veranstalter anzubieten.

für Eltern
Um Eltern zu informieren, ist ein Brief angedacht, der an alle Eltern von Schüler/innen der Jahrgangsstufe 7 verteilt wird. Er soll über das Jugendschutzgesetz informieren, Tipps für den Umgang damit geben und ebenfalls auf Beratungsangebote hinweisen.

für die Öffentlichkeit
Ein Flyer informiert über das Aktionsbündnis. Werbemittel, wie zum Beispiel Aufkleber dienen dazu, auch in der Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen.

Prävention aktiv
Ergänzt wird das Angebot durch drei so genannte Präventionskoffer, die bei der Fachstelle Jugendarbeit auszuleihen sind. Die Koffer enthalten jugendgerechtes Informationsmaterial zum Thema Alkohol, Rauschbrillen (Simulation eines Rauschzustands) und Alkoholtester. Mit diesem Material können Fachkräfte vor Ort (zum Beispiel die Kommunale Jugendpflege etc.) eigenständige Präventionsaktionen bei Veranstaltungen durchführen. Beratung und Informationen dazu gibt es bei der Fachstelle Jugendarbeit.

Vernetzung
Ein bis zweimal im Jahr soll ein Jugendschutz-Treffen stattfinden, an dem sich die beteiligten Professionen austauschen und vernetzen können. Besondere Aktionen können vorgestellt, geplante Maßnahmen abgestimmt werden. Gemeinsam mit der Polizei können Jugendschutz-Kontrollen vereinbart werden.

Unterstützung
Die Entwicklung des Projekts wurde unterstützt von der AG Jugend des Kreispräventionsrates Wetterau und dem Polizeipräsidium Mittelhessen.

Wetteraukreis

Der Kreisausschuss

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Telefon 06031 83 0